Hier finden Sie Schilderungen von Praktikantinnen, die für einige Zeit im Rahmen ihres Studiums einen Einblick in die Arbeit der Beratungsstelle erhielten.

 

Praktikantin Hannah R.

„Im Rahmen meines Studiums der Erziehungswissenschaften B.A. an der Goethe-Universität Frankfurt absolvierte ich ein zweimonatiges Praktikum in der Zeit von Januar bis März 2017 in der Beratungs- und Präventionsstelle zu sexueller Gewalt. Dieses umfasste 200 Stunden und mir wurde die Möglichkeit geboten, vier Tage die Woche das Team zu begleiten und zu unterstützen.

Vom ersten Tag an wurde ich von den Beraterinnen in ihre Tätigkeiten einbezogen und mir wurden Aufgaben zugeteilt, die ich selbstständig erledigen durfte. Regelmäßige Teamsitzungen und die gute Betreuung während des Praktikums gaben mir einen umfassenden Einblick in die Aufgabenbereiche der Beratungs- und Präventionsstelle. Es wurde mir ermöglicht an Beratungsgesprächen, Außenterminen, einer Präventionseinheit in einer Grundschule und einer Fortbildung teilzunehmen und die Ausstellung „Vom Überleben zu einem würdevollen Leben“, in welcher von sexualisierter Gewalt betroffene Frauen ihre Geschichte in Bild und Text ausdrücken, vorzubereiten und zu begleiten.

Sexuelle Gewalt ist ein schwieriges Thema, an das sich nur wenige Menschen herantrauen können und möchten. Noch zu oft wird weggeschaut und bagatellisiert. Die pädagogische Professionalität der Beraterinnen zeichnet sich dadurch aus, dass sie ihre Klienten stets ernst nehmen und ihnen Glauben schenken. Ihr Blick ist auf sie gerichtet. Alle Maßnahmen erfolgen in Absprache mit dem Betroffenen und haben seine Unterstützung und Begleitung als Ziel. Wichtig ist die Gegenwart und Zukunft, das Vergangene muss nicht thematisiert werden.

Ich danke den Mitarbeiterinnen der Beratungs- und Präventionsstelle Gegen unseren Willen für die schöne Zeit, in der ich ein Teil ihres Teams sein durfte. Außerdem möchte ich mich bei ihnen für ihre tägliche Arbeit bedanken, mit welcher sie betroffenen Frauen und Kindern, aber auch Männern helfen und sie stützen, Kontaktpersonen und Fachkräften beraten.“

Praktikantin Christin P.

„Im Rahmen meines Studiums der Erziehungs- und Bildungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik an der Philipps-Universität Marburg habe ich im April/Mai 2014 ein vierwöchiges Praktikum in der Beratungs- und Präventionsstelle zu sexueller Gewalt absolviert. Trotz der recht kurzen Dauer meines Praktikums konnte ich vielfältige Einblicke in die Tätigkeit der Beratungsstelle, wie z. B. Beratungs- und Präventionsarbeit erhalten. Im Rahmen der Aktion Igel hatte ich die Möglichkeit mich im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit unter guter Anleitung stark selbst einzubringen. Für mein Studium und meine spätere berufliche Laufbahn waren mir die Erfahrungen und Erkenntnisse des Praktikums sehr nützlich. Im kompetenten Team habe ich mich von Beginn an freundlich aufgenommen und sehr wohl gefühlt.“

Praktikantin Jessica M.

„Von Februar bis September 2011 habe ich im Rahmen meines Studiums am Fachbereich Sozialwesen an der Hochschule Rhein Main in Wiesbaden ein Praxissemester bei Gegen unseren Willen e.V. absolviert. Vier Tage die Woche konnte ich so ein gutes halbes Jahr lang das Team der Beratungsstelle unterstützen. Anfangs war ich mir etwas unsicher darüber, wie ich mit dem Thema „Sexuelle Gewalt“ persönlich umgehen würde. Ich sah dies jedoch als eine Herausforderung an und war gespannt darauf, was die Arbeit mit den Menschen, insbesondere mit den Kindern und Jugendlichen, die sexuelle Gewalterfahrungen erleben mussten, so mit sich bringt.

Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle nahmen mich sehr freundlich in ihr Team auf und zusammen mit meiner Praxisanleitung wurden dann Aufgabengebiete und Tätigkeitsfelder erarbeitet, denen ich mich zuwenden konnte. Die Bereiche Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit bildeten meine grundlegenden Arbeitsgebiete. Bei Kriseninterventionen und Beratungen mit Betroffenen konnte ich als „Beobachterin“ mit dabei sein, wenn dies für die Betroffenen in Ordnung war. So erhielt ich in alle Tätigkeitsfelder der Beratungsstelle einen Einblick und konnte mich entsprechend einbringen. Durch regelmäßige Teamsitzungen und Supervisionen konnte ich auch die Fallarbeit der anderen Mitarbeiterinnen verfolgen.

Besonderes Interesse entwickelte ich sodann für die Präventionsarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Durch ein Präventionsprojekt an Grundschulen wurde mir die Wichtigkeit dieses Arbeitsfeldes bewusst. In den Grundschulen konnte ich nach Konzeptvorstellung und Einarbeitung fachgemäß die Präventionskräfte unterstützen.

Nach dem absolvierten Praxissemester entwickelten wir, ein Team aus 4 Studierenden, im Rahmen einer Projektarbeit an der Hochschule ein Puppenspiel (living puppets) für Kinder im Alter von 4-6 Jahren, welches zum Beispiel in Kindertageseinrichtungen aufgeführt werden konnte. Dieses Puppenspiel beinhaltete präventive Themen, wie Gefühle wahrnehmen, Nein-Sagen und Schutzmaßnahmen ergreifen.

Das Praxissemester bei Gegen unseren Willen e.V. hat mir unter anderem aufgezeigt, wie wichtig neben den Beratungen für Betroffene, die Bereiche Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema „Sexuelle Gewalt“ sind. Gesellschaftlich wird zu diesem Thema meiner Meinung nach noch zu wenig Engagement gezeigt und politisch noch nicht hinreichend mitgewirkt.

Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle leisten zweifellos eine sehr wertvolle pädagogische Arbeit.

Herzlichen Dank für die Möglichkeit dieser Praxiserfahrung!“

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